PAUL SONDEREGGER

SCHAUSPIELER • SPRECHER • SPRECHTRAINER • REGISSEUR

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Lesung 
 SCHACH VON WUTHENOW

Was ist nur los mit Schach von Wuthenow? Er schwängert Victoire, obwohl er ihre Mutter liebt, und macht sich zum Gespött seiner Offizierskameraden. Der König mahnt ihn, sein Heiratsversprechen zu halten. Auf seinem Landsitz in Wuthenow im Ruppiner Land fasst er einen Entschluss…

Schach versucht, seine Ideale zu leben und seine Ehre zu verteidigen – eigentlich bewundernswert in einer Welt, in der Werte und Moral erodieren. Bei Fontane wird preußische Geschichte der Napoleonzeit lebendig: die militarisierte Gesellschaft, ideologische und religiöse Konflikte. Und mittendrin ein unglückliches Paar: der aufrichtige Schach und die verzweifelte Victoire in einem der intensivsten Dialoge, den Fontane je geschrieben hat.

Paul Sonderegger ist ein passionierter Fontane-Vorleser. Auf Gut Zernikow hat er bereits den „Stechlin“, „Effi Briest“ und „Frau Jenny Treibel“ in voller Länge gelesen. Mit Leichtigkeit gelingt es ihm, Fontanes Zeit, sein Denken und seine Figuren unmittelbar erlebbar zu machen, als wären wir dabei gewesen.

 

Eine Veranstaltung der
www.initiative-zernikow.de
auf
www.gut-zernikow.de

Paul Sonderegger liest
den ganzen Roman von Theodor Fontane
im Gartensaal von Gut Zernikow

mit musikalischen
Zwischenspielen von Scott Curry, Klavier und Musikauswahl

am
26. und 27. September 2026


Sonnabend, 26. September 2026

Lesung I | 11-14 Uhr
Im Salon der Frau von Carayon
(Kapitel 1-4)

Lesung II | 16-19 Uhr
Schach und Victoire
(Kapitel 5-9)


Sonntag, 27. September 2026

Lesung III | 11-14 Uhr
In Wuthenow am See
(Kapitel 10-14)

Lesung IV | 16-19 Uhr
Fata Morgana. Die Hochzeit
(Kapitel 15-21)

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Programm

26. September 2026, 11-14 Uhr

Theodor Fontane: Schach von Wuthenow

Lesung I: Im Salon der Frau von Carayon

Erstes Kapitel
Berlin im Jahr 1806, am Vorabend des Krieges gegen Napoleon. Im Salon der Witwe Josephine von Carayon und ihrer Tochter Victoire treffen sich Offiziere des Regiments Gensdarmes, darunter Schach von Wuthenow. Mit dabei sind Bülow, ein scharfer Kritiker der Politik der Regierung, und sein Verleger Sander. Sie diskutieren über den Sinn der „Haugwitzschen Mission“ und über die Position Preußens in Europa.

Ludwig van Beethoven (1770-1827): aus der Sinfonie Nr. 3, Op. 55 (“Eroica”), Bearbeitung: Johann Nepomuk Hummel

Zweites Kapitel
Ein Theaterstück über Martin Luther erhitzt die Gemüter: „Die Weihe der Kraft“ von Zacharias Werner. Im Salon der Carayons wird verhandelt, ob der Reformator auf einer Bühne kritisch dargestellt werden darf oder nicht. Victoire singt, von Schach am Klavier begleitet, einige Lieder aus dem Stück.

Bernhard Anselm Weber (1764-1821): Theresens Sehnsucht

Pause

Drittes Kapitel
Den Abend beenden Bülow, Sander, Alvensleben und Nostitz bei „Sala Tarone“, einer Weinhandlung Unter den Linden. Sie sprechen über Schach und seine Beziehung zu Mutter und Tochter Carayon.

Ferdinand Ries (1784-1838): Der Mensch op. 7/1 (Evers), Strophen 1 - 3

Viertes Kapitel
Schach lädt Frau von Carayon und ihre Tochter Victoire zu einer Spazierfahrt ein. Mutter und Tochter sprechen über ihr Verhältnis zu Schach, den sie beide sehr verehren.

Johann Baptist Cramer (1771-1858): Adagio F-Dur

Tante Marguerite, eine „echte Koloniefranzösin“, besucht die Carayons. Sie erzählt am liebsten Geschichten vom Hof.

Pause

Schach unternimmt mit den Carayons und Tante Marguerite einen Ausflug nach Tempelhof. Im Garten eines Gasthauses trinken sie Kaffee und brechen dann zu einem Spaziergang auf. Schach unterhält sich mit Frau von Carayon über Bülow.

Ludwig van Beethoven: aus der Sonate Op. 54

Die Ausflügler besichtigen die Tempelhofer Kirche. Die Küsterstochter erzählt ihnen die Geschichte des Tempelritters, der hier gespukt haben soll.

Georg Joseph Vogler (1749-1814): Prélude d-Moll aus 32 Préludes

Schach und Victoire streiten über Schönheit, Egoismus und Treue. Der Ausflug endet unbefriedigend.


26. September 2026, 16-19 Uhr

Theodor Fontane: Schach von Wuthenow

Lesung II: Schach und Victoire

Fünftes Kapitel
Victoire von Carayon vertraut sich in einem Brief ihrer Freundin Lisette von Perbandt an. Sie nennt Schach eitel und misstraut ihm, gleichzeitig bewundert sie ihn.

Franz Schubert (1797-1828): Kupelwieser-Walzer

Sechstes Kapitel
Schach ist bei Prinz Louis in Schloss Bellevue eingeladen. Mit dabei sind auch Bülow und Sander. Bülow kritisiert die preußische Politik und Armee. Der Prinz liebt den Widerspruch.

Franz Schubert: Marche militaire, D.733/1

Gespräche über Napoleon und den russischen Zaren Alexander.

Prinz Louis Ferdinand von Preußen (1772-1806): Fugue Op.7

Bülow, der über Alexander spottet, gerät mit Schach in Streit.

Pause

Siebentes Kapitel
Kapellmeister Dussek, musikalischer Freund und Gönner von Prinz Louis, berichtet von Intrigen am Theater.

Jan Ladislav Dussek (1760-1812): aus der Sonate Nr. 24, Op. 61 „Élégie Harmonique“ sur la mort de son Altesse Royale le Prince Louis Ferdinand de Prusse

Bei Tisch sprechen Prinz Louis und seine Gäste über die Schönheit der Frauen im Allgemeinen und über Victoire von Carayon im Speziellen. Der Prinz wünscht, die Carayons kennenzulernen.

Johann Gottlieb Naumann (1741-1801): Nachtgesang (Kosegarten), Prince Louis Ferdinand gewidmet

Ein Schwarm fliegender Schwäne entzückt die Abendgesellschaft.

Pause

Achtes Kapitel
Auf dem Tempelhofer Feld findet eine Militärparade statt. Am nächsten Tag fühlt sich Victoire unwohl und verbringt den Abend allein zu Hause. Sie denkt an Schach.

Georg Joseph Vogler (1749-1814): Prélude a-Moll aus 32 Préludes

Schach überbringt die Einladung von Prinz Louis. Er trifft Victoire allein zu Hause an. Die beiden begegnen sich intim.

Georg Joseph Vogler: Prélude C-Dur aus 32 Préludes

Schach versteckt sich vor Victoires Mutter.

Neuntes Kapitel
Schach meldet sich nicht bei den Carayons. Bei ihrem nächsten Treffen sprechen sie über „Die Weihe der Kraft“, das Theaterstück über Luther. Tante Marguerite bekommt von der Verstimmung nichts mit.


27. September 2026, 11-14 Uhr

Theodor Fontane: Schach von Wuthenow

Lesung III: In Wuthenow am See

Zehntes Kapitel
„Die Weihe der Kraft“, das Theaterstück über Martin Luther im Schauspielhaus, spaltet die Stadtgesellschaft. Die Offiziere des Regiments Gensdarmes bereiten eine verhöhnenden Umzug vor.

Johann Georg Graeff (ca. 1762-1829): German Waltz/Henry Mathias (?-?): Rondo alla Tedesca

Elftes Kapitel
Die Luther-Maskerade der Offiziere zieht durch die Stadt. Victoire ist entsetzt. Sie erleidet einen Schwächeanfall und erzählt ihrer Mutter von ihrer intimen Begegnung mit Schach.

Ludwig van Beethoven (1770-1827): aus der Sinfonie Nr. 3, Op. 55 (Eroica )

Zwölftes Kapitel
Frau von Carayon verlangt von Schach, dass er Victoire heiratet. Schach stimmt halbherzig zu. Eine Verlobung wird verabredet.

Pause

Dreizehntes Kapitel
Schach ist innerlich zerrissen. Er malt sich die gemeinsame Zukunft mir Victoire aus und entscheidet sich schließlich dafür.

Ludwig van Beethoven: aus dem Trio für 2 Oboen und Englischhorn op. 87

Schach erhält anonyme Post. Drei Karikaturen nehmen seine Wahl der jungen Victoire als Braut aufs Korn. Die Spottbilder hängen auch für alle sichtbar im Schaufenster eines Ladens. Schach flieht aus Berlin auf sein Landgut Wuthenow.

Georg Joseph Vogler (1749-1814): Prélude c-Moll aus 32 Préludes

Vierzehntes Kapitel
Schach kommt gegen Mitternacht in Wuthenow an. Sein Hausmeister, der alte Krist, richtet ihm im Gartensalon ein Lager für die Nacht her.

Pause

Schach kann nicht schlafen. Er streift durch den Schlosspark und fährt auf einem Boot hinaus auf den Wuthenowsee. Dort findet er Ruhe.

Franz Liszt (1811-1886): Élégie sur des motifs du Prince Louis Ferdinand de Prusse

Schach bekommt ein Frühstück von Mutter Kreepschen, der Frau des Hausmeisters Krist. Er besucht den Sonntagsgottesdienst in Wuthenow.

Jean Baptiste Cramer (1771-1858): Adagio D-dur

Schach grübelt über seine Zukunft mit Victoire. Er ist unentschieden.


27. September 2026, 16-19 Uhr

Theodor Fontane: Schach von Wuthenow

Lesung IV: Fata Morgana. Die Hochzeit

Fünfzehntes Kapitel
Die Carayons sind ahnungslos. Sie wissen weder von den Karikaturen noch von Schachs Nöten. Alvensleben berichtet von Schachs Rückzug nach Wuthenow. Frau von Carayon beschwört Victoire gegenüber ihre edle Abstammung und stellt Schach schriftlich ein Ultimatum.

Marie Bigot (1786-1820): aus der Sonate Op.1

Sechzehntes Kapitel
Frau von Carayon beschließt, den König als Vermittler einzuschalten. Sie fährt nach Potsdam und lässt sich, weil der König in Paretz weilt, durch den „Neuen Garten“ kutschieren.

Ludwig van Beethoven (1770-1827): aus dem 3. Klavierkonzert Op. 37, Prince Louis Ferdinand gewidmet

Frau von Carayon fährt nach Paretz, wo sie den König sprechen will. Der alte General von Köckritz bemüht sich um eine Audienz.

Pause

Der König empfängt Frau von Carayon im Garten von Schloss Paretz.

Ferdinand Ries (1784-1838): aus der Sonate Nr.1, Op.1

Siebzehntes Kapitel
Schach ist beim König im Schloss Charlottenburg vorgeladen. Der König appelliert an seine Ehre und verlangt von ihm, dass er Victoire heiratet. Auch die Königin redet ihm ins Gewissen. Schach fällt für sich eine Entscheidung. Baarsch, seinem Burschen verspricht er, eine verlorene Wette zu bezahlen, falls er heiraten sollte.

Ferdinand Ries: Der Mensch (Schiller), Strophen 6 und 7

Achtzehntes Kapitel
Schach stimmt einer Hochzeit mit Victoire zu. Mit Frau von Carayon wird der Ablauf festgelegt. In ungewohnter Ausgelassenheit bespricht er mit Victoire ihre gemeinsame Zukunft.

Pause

Neunzehntes Kapitel
Die Hochzeit wird in der Wohnung der Carayons gefeiert. Frau von Carayon entschuldigt sich bei Schach für ihr entschiedenes Vorgehen. Nach der Feier verabschiedet sich Schach und lässt sich nach Hause fahren. In der Kutsche erschießt er sich.

Sophia Maria Westenholz (1759-1838): aus 12 Deutsche Lieder, Op. 4 - Das Grab (Salis-Seewis)

Zwanzigstes Kapitel
Bülow analysiert in einem Brief an seinen Verleger Sander die politische Situation und würdigt den Charakter Schachs.

Ludwig van Beethoven: aus dem 5. Klavierkonzert op. 73

Einundzwanzigstes Kapitel
Victoire berichtet ihrer Freundin Lisette ein Jahr später aus Rom von ihrer katholischen Wandlung.

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